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[NARUTO] Seconds [One Shot Sammlung]
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Saturn
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BeitragThema: [NARUTO] Seconds [One Shot Sammlung]   Fr 15 Apr 2016 - 17:44



Informationen:
 

TITEL [InoXSai] Sunset
ANIME Naruto
GENRE Romantik
BETA Keiner
CHARAKTERE by Masashi Kishimoto
ORT DER GESCHICHTE Ninja Universum
IDEE/GESCHICHTE by Saturn//BrokenPride//AutumnWhisper
HAUPTCHARAKTERE Ino Yamanaka, Sai
NEBENCHARAKTERE Naruto Uzumaki, Sakura Haruno, Kakashi Hatake

Das schrille Klingeln des Weckers ertönte und zerriss die angenehme Stille der Dunkelheit. Mit einer beiläufigen Bewegung schaltete ich das störende Gerät ab und blickte wieder aus dem Fenster. Ich war bereits seit einer Stunde wach und hatte die zusätzliche Zeit genutzt, um den Sonnenaufgang zu beobachten. Es hatte mit einem dunkelroten Streifen am Horizont begonnen, welcher den Eindruck erweckte, dass die Welt an einer weit entfernten Stelle tatsächlich einfach endete und man danach in ein unendliches Nichts über ging. Als wäre die Erde tatsächlich nur eine Scheibe und nicht ein kugelförmiger Himmelskörper, welcher sich im Sonnensystem bewegte.
Das dunkle Rot war mit der Zeit immer heller geworden und färbte den Himmel in ein angenehmes, warmes orange, welches einen sonnigen Tag versprach. Das Orange brandete in kleineren und größeren Wolken am Himmel, färbte einige Stellen violett und pink, bevor es sich in einem dunklen Blau verlor, welches noch an die Nacht erinnerte, welche gerade erst vergangen war.
Das Schöne an Sonnenaufgängen und Untergängen war, dass nie einer dem anderen glich. Egal, wie oft ich sie auf einer Leinwand fest hielt, kein Bild glich jemals dem anderen. Manchmal waren es die Farben, manchmal die Konstellationen der Wolken und manchmal war es auch einfach nur das Gefühl, welches ich verspürte, während ich den Moment versuchte festzuhalten.
Das traurige an ihnen war, dass sie wirklich nur einen kurzen Moment des Tages ausmachten und dass man sie immer anders empfand. Manchmal war man dankbar, dass ein Tag zu Ende ging und manchmal war es traurig, dass er schon vorbei war und man nicht in den letzten Momenten verharren konnte, um ihn noch ein wenig länger zu genießen.
 
Mit einem leisen Seufzen kehrte ich in die Realität zurück und stand von meiner Bettkante auf, auf welcher ich mich niedergelassen hatte. Es wurde Zeit sich fertig zu machen und den neuen Tag zu beginnen.
Ich begann den Tag wie immer mit einer heißen Dusche, welche ich anschließend kalt stellte, damit der Kreislauf auch richtig in Schwung kam. Dann ging es zurück ins Schlafzimmer, wo ich frische Wäsche anzog. Nach dem Anziehen gab es ein kleines Frühstück in der Küche. Meistens bestand es aus einer Schale Müsli und einem Kaffee, bevor ich mich auf den Weg in die Stadt machte, wo Sakura und Naruto bereits auf mich warteten.
„Yo Sai. Du bist heute ziemlich spät dran.“, bemerkte der Blonde und betrachtete mich mit schmalen Augen. Es war nicht meine Art, doch heute Morgen hatte ich für einen kurzen Moment überlegt, ob ich nicht Shin besuchen sollte, weswegen ich eine paar Minuten lang vor dem Eingang des Friedhofs verweilt hatte. Allerdings hatte ich diesen Gedanken wieder verworfen und mich auf den Weg zum Treffpunkt gemacht.
„Tut mir leid Naruto, ich wollte euch nicht warten lassen, ich habe mich einfach auf dem Weg des Lebens verlaufen.“, versuchte ich es mit einem schmalen Lächeln. Bei Kakashi funktionierte es ja auch meistens mit billigen Ausreden, das hatte ich bereits beobachtet. Im nächsten Moment traf mich etwas hart am Hinterkopf, was mich beinahe zu Boden warf und einen dumpfen Schmerz hinterließ.
„So brauchst du gar nicht anfangen, Baka!“, fauchte Sakura wütend, während Naruto zufrieden vor sich hin grinste. Normalerweise war er derjenige, der die Schläge einsteckte. „Tsunade hat im Moment leider keine Mission für uns. Sie wartet noch darauf, das Shikamaru und Neji aus Suna zurückkehren. Also haben wir heute noch frei.“, berichtete sie dann und ich nickte zum Zeichen, dass ich verstand. Dann konnte ich Shin heute doch noch besuchen.
„Dann sehen wir uns morgen.“, verabschiedete ich mich und ließ die beiden stehen, während sie mir fragend nachsahen. Sie verstanden mich immer noch nicht richtig, aber auch ich verstand vieles immer noch nicht. Manche Dinge konnten auch Bücher nicht erklären.
 
Als ich vor dem Blumenladen der Yamanakas zu stehen kam, hörte ich von drinnen bereits eine aufgeregte, bekannte Stimme.
„Diese Blume würde wirklich ausgezeichnet zu einem Antrag passen. Rosen sind mittlerweile einfach furchtbar langweilig und kommen immer mehr aus der Mode, aber es gibt wirklich schöne Alternativen, die in der Sprache der Blumen genau das gleiche Aussagen, wie eine Rose.“
Ich betrat den kleinen Laden und atmete den süßen Duft der frischen Schnittblumen ein, die in großen Eimer standen und den Laden wie ein buntes Gemälde wirken ließen. Die Blondine, welche eifrig und mit einem freundlichen Lächeln auf ihren Kunden einredete, hatte mein Kommen noch nicht einmal bemerkt, weswegen ich mir für einen Augenblick gönnte, sie etwas genauer zu betrachten. Sie war ein wenig kleiner als ich, aber nicht zu klein und ihr blondes Haar war trotz des hohen Zopfes noch lang. Eine einzelne Strähne verdeckte ihr rechtes Auge, doch das linke erstrahlte in einem hellen Türkis. Sie war hübsch, ein wenig zu dünn, aber dennoch hübsch. Wahrscheinlich das hübscheste Mädchen in ganz Konoha, was sie selbst nicht zu wissen schien. Genau so wenig wie sie wusste, welche Wirkung sie auf mich hatte.
„Kann ich dir Helfen Sai?“ Die Stimme der Blonden riss mich aus meinen Gedanken, die ein wenig abgedriftet waren, so dass ich nicht einmal mitbekommen hatte, wie der Kunde mit dem fertigen Strauß zur Kasse gegangen war, wo ihre Mutter abkassierte. Schweigend blickte ich Ino an, welche nun nur ein paar Zentimeter von mir entfernt stand und fragte mich unwillkürlich, ob ihre Lippen wohl tatsächlich so weich waren, wie sie aussahen.
„Blumen.“, gab ich ein wenig dümmlich von mir, weil die Gedanken in meinem Kopf gerade das reinste Chaos darboten und ich mich insgeheime fragte, woher sie kamen. Ino schien es recht amüsant zu finden und ihre türkisenen Augen blitzen neckisch auf, als sie meine Antwort mit einem Lächeln bedachte. „Das habe ich mir schon gedacht. Für welchen Anlass?“, fragte sie und ihr Blick wurde aufmerksam, beinahe ein wenig lauernd, auch wenn ich wirklich lausig darin war Emotionen aus Gesichtern zu lesen. „Für einen Freund.“, gab ich zurück und folgte ihr zu den Eimern mit Schnittblumen. „Was für ein Freund?“, fragte sie weiter und ließ ihre Hand über ein paar Blumen schweben. „Einem Toten.“
Erschrocken drehte die Yamanaka sich um und blickte mich finster an. „Sai! Sowas kannst du nicht einfach so daher sagen, als wenn du mir erzählen würdest, dass es draußen regnet.“, meckerte sie und verdrehte genervt die Augen. „Draußen regnet es aber gar nicht.“, sagte ich lahm und verstand nicht, was daran falsch war. Shin war tot, das war eine Tatsache, die man nicht ändern konnte. Warum durfte man es dann nicht sagen? Ino schien zu merken, dass ich nicht recht verstand, was ich falsch gemacht hatte, denn sie seufzte, dann blickte sie mich ein wenig versöhnlicher an. „Ich meine damit, dass du das nicht so trocken sagen kannst. Es ist etwas trauriges, auch wenn es eine endgültige Tatsache ist. Irgendwann wirst du verstehen, was ich damit meine.“, sagte sie, dann wand sie sich wieder den Eimern zu und zog ein paar weiße, kelchförmige Blumen hervor. „Das sind Callas. Typische Trauerblumen.“, erklärte sie angebunden, während sie noch ein wenig Grün raus suchte und das Ganze zu einem Strauß zusammen steckte. Aufmerksam beobachtete ich ihre filigranen Hände, wie sie gekonnt die Blumen sortierten, bis ein fertiger Strauß daraus geworden war. Er war schlicht und trotzdem gefiel er mir außerordentlich gut. Ino war gut. „Der sieht sehr hübsch aus, du kannst das wirklich gut.“, lobte ich sie, denn ich hatte gelesen, dass andere es mochten, wenn man sie für gute Arbeit lobte. Auf Inos Wangen erschien daraufhin ein leichter Rotschimmer und sie blickte verlegen zur Seite. „Ich helfe schon seit ich klein bin im Laden, es wäre schlecht, wenn ich das nicht gut könnte.“, gab sie zurück und drückte mir dann eilig den Strauß in die Hände. „Zahlen kannst du bei meiner Mutter.“, sagte sie und verschwand dann eilig im hinteren Raum des Ladens. Ich blickte ihr einen Moment lang nach und fragte mich, ob ich etwas falsch gemacht hatte, oder sie es einfach nur eilig hatte, doch ich kam zu keinem wirklichen Ergebnis, weswegen ich mich zur Kasse begab, den Strauß bezahlte und mich dann auf den Weg zu Shins Grab machte.
 
Nach dem Besuch bei Shin fühlte ich mich ein wenig rastlos, was nicht direkt mit dem Besuch seines Grabes zu tun hatte, eher indirekt. Ich hatte Shin von Ino erzählt und davon, was sie in mir auslöste, wenn ich sie sah. Es gab nicht viele Dinge, vor denen ich mich wirklich fürchtete. Selbst der Tod war etwas, was man nicht zu fürchten brauchte, immerhin ereilte er uns alle früher oder später. Gerade als Shinobi war er beinahe ein täglicher Begleiter. Die Gefühle aber, welche Ino manchmal in mir hervorrief, machten mir Angst, weil ich sie nicht einzuordnen wusste und weil ich nicht sagen konnte, ob sie gut oder schlecht waren. Ich hatte Shin alles erzählt, eigentlich nur, weil ich wusste, dass er mich nicht unterbrechen würde und weil ich nicht wusste, wie ich es Naruto oder Sakura hätte erklären sollen und auf einmal hatte ausgerechnet Kakashi neben mir gestanden.
„Klingt ganz so, als wenn du dich verliebt hättest.“, hatte er ganz sachlich bemerkt und nicht einmal ein schlechtes Gewissen darüber gezeigt, dass er mich belauscht hatte. Scham war mir zwar genau so fremd, wie fast alle anderen Emotionen, aber dennoch hatte ich mich in diesem Moment ziemlich ertappt gefühlt und ich war mir ziemlich sicher, dass Scham sich genauso anfühlen musste, wie dieser Moment.
„Verliebt?“, hatte ich mich dennoch an ihn gewandt, denn Liebe war eines der letzten Gefühle, die ich erwartet hatte. Man hatte mich gelehrt, Gefühlen aus dem Weg zu gehen, denn sie schwächten einen Shinobi im Kampf und machten ihn angreifbar, vor allem Liebe. Sie war wie Gift. Sie konnte einen lähmen und in manchen Fällen konnte sie sogar tödlich sein.
„Dir gefällt es, wenn sie glücklich ist, oder?“, hatte der Grauhaarige gefragt und die Hände in die Taschen gestopft. „Sie ist hübsch, wenn sie glücklich ist.“, hatte ich nachdenklich geantwortet und den Kopf schief gelegt. „Was genau ist Liebe? Wie fühlt sich das an?“, hatte ich ihn dann gefragt, was ihn seufzen ließ. „Unterschiedlich. Jeder Mensch empfindet sie anders. Allgemein kann man sagen, dass man sich in der Nähe des anderen wohl fühlt. Man mag es mit ihm zusammen zu sein und in den meisten Fällen würde man alles dafür tun, dass der andere Glücklich ist.“, erklärte er und es war wahrscheinlich der längste Satz, den er je mit mir gewechselt hatte. „In einem Buch stand, dass man ein Kribbeln im Bauch verspüren muss, um verliebt zu sein.“, überlegte ich laut, denn ein Kribbeln hatte ich bisher noch nicht verspürt. „Wie gesagt, das ist bei jedem anders. Ich würde sagen, das Kribbeln im Bauch ist ein klassisches Klischee, um das Gefühl besser zu beschreiben. Ich muss jetzt los, Tsunade wartet sicher schon. Ich hoffe, ich konnte dir helfen.“, sagte er dann und war auch schon im nächsten Moment verschwunden gewesen, nur eine graue Rauchwolke war zurück geblieben. Ich hatte noch eine Weile neben Shins Grab gehockt und über seine Worte nachgedacht, doch weitergeholfen hatte mir das nicht, weswegen ich nach Hause gegangen war und meinen Skizzenblock und ein paar Stifte geholt hatte. Mit den Sachen unter dem Arm war ich quer durch Konoha gelaufen, bis ich an einem kleinen Waldstück am Rande der Stadt angekommen war. Dort hatte ich mir einen Platz im Schatten gesucht und zu zeichnen begonnen. Zeichnen war das einzige, was ich scheinbar wirklich konnte, zumindest hatten die anderen des Öfteren behauptet, dass meine Skizzen und Gemälde recht gut waren. Völlig in Gedanken hatte ich den Stift einfach automatisch über das Papier gleiten lassen und mich von dem leisen Schaben des Stiftes auf Papier einlullen lassen. Ganz automatisch folgte eine Linie der anderen, bis das Werk vollendet war. Ich hielt den Block hoch und betrachtete es mit etwas Abstand. Die Skizze zeigte Ino, wie sie heute Morgen im Laden vor mir gestanden hatte und mit einem leichten Rotschimmer auf den Wangen zur Seite geschaut hatte. Sie hatte dabei so niedlich und verletzlich ausgesehen, dass sich das Bild in meinem Kopf festgesetzt hatte und sich nun auf meinem Block manifestiert hatte. Es war ganz gut geworden, auch wenn die schwarze Kohlezeichnung nie die puren Emotionen der Blonden wiederspiegeln können würde. Sie war schon irgendwie besonders, irgendwie anders als Sakura oder Hinata. Natürlich waren die anderen Mädchen auch nett, aber sie lösten nichts in mir aus, wenn ich sie sah oder mit ihnen redete.
 
„Bin ich das?“ Die Stimme riss mich recht unsanft aus meinen Gedanken und tatsächlich zuckte ich ein wenig zusammen. Lange, blonde Haare fielen über meine Schulter, als die ungebetene Besucherin sich über diese beugte, um das Bild genauer zu betrachten. Eigentlich hatte ich nicht gewollt, dass sie es jemals zu Gesicht bekam. Die meisten meiner Zeichnungen waren nur für mich gedacht. Es war mir zwar nicht unangenehm, aber schon zum zweiten Mal fühlte ich mich heute ertappt und wieder war ich mir ziemlich sicher, dass ich sowas wie Scham empfand. „Gefällt es dir?“, fragte ich trotzdem und versuchte das unangenehme Gefühl zu verdrängen. Es war nur eine Zeichnung, das war nichts, was einem peinlich sein musste. „Es ist unglaublich… Bin ich das wirklich?“, fragte sie noch einmal und blickte mir jetzt ins Gesicht. In ihrem Gesicht stand der Unglauben so deutlich geschrieben, dass selbst ich ihn erkennen konnte und wieder einmal wusste ich nicht, ob das gut oder schlecht war, immerhin war ihre Aussage recht schwammig gewesen. „Wer sollte es sonst sein?“, stellte ich deswegen die Gegenfrage und schenkte ihr ein schmales Lächeln. Nachdenklich schob sie die Augenbrauen zusammen, dann blickte sie wieder auf die Skizze. „Ich sehe so… hübsch darauf aus.“, murmelte sie leise. „Das liegt daran, weil du hübsch bist.“, erklärte ich gerade heraus, immerhin war es genau das, was ich empfand. Ino war für mich hübsch, hübscher als Tenten, Hinata, Sakura oder Temari. Hübscher als jede andere Frau in Konoha oder sonst wo auf der Welt. „Sowas kannst du nicht einfach so sagen Sai.“, tadelte sie mich zum zweiten Mal an diesem Tag und diesmal war es an mir, die Augenbrauen nachdenklich zu runzeln. „Ich sage es ja auch nicht einfach so, ich sage es, weil ich es so meine.“, verteidigte ich mich dann, als ich den traurigen Blick der Yamanaka sah. Daraufhin musterte sie mich eindringlich, schien nach irgendeinem Zeichen zu suchen, dass ich sie anlog, oder mich über sie lustig machte, als sie jedoch nichts dergleichen finden konnte seufzte sie ergeben und ließ sich neben mir ins Gras sinken. „Ich bin keine besonders gute Shinobi und auch keine so gute Iryōnin wie Sakura. Außerdem ist mein Vater nie zufrieden mit mir, weil er lieber einen Jungen gehabt hätte. Ich habe deswegen immer versucht zumindest mit meinem Aussehen aufzufallen, aber ich fand mich nie hübsch. Egal wie viele Diäten ich gehalten habe oder wie angesagt meine Klamotten waren. Es hat mich einfach nie wirklich ausgefüllt, aber dein Bild… Es wirkt irgendwie anders, als wenn du mich ganz anders sehen würdest, als ich mich selber sehe. Als andere mich sehen.“, begann sie langsam und stützte ihr Kinn auf ihren angewinkelten Knien ab. So saßen wir eine Weile schweigend da, während ihre Worte zwischen uns hingen und ich nicht wusste, was ich erwidern sollte. Ich kannte solche Situationen nicht, aber es fühlte sich falsch an sie so zu sehen, mit diesem leeren Blick, der in die Ferne gerichtet war, ohne dort etwas zu fokussieren. „Ich weiß nicht, was du oder die anderen sehen, wenn sie dich ansehen, aber das was ich sehe, gefällt mir. Am besten gefällt es mir aber, wenn du Lachst.“, versuchte ich sie zu ermuntern und lächelte ihr sogar zu, doch Inos Blick blieb leer.
„Mein Leben lang habe ich mich versucht mit anderen zu messen. Mit Sakura darum, wer von uns die hübschere und talentiertere wird. Mit den beiden Jungs aus meinem Team und auch den anderen Shinobi, um meinem Vater zu beweisen, dass ich auch gut und wertvoll sein kann, wenn ich kein Junge bin. Letztendlich habe ich bei allem versagt.“, sagte sie und ihre Stimme versagte. Verzweifelt vergrub sie ihr Gesicht in ihren Händen und an dem unkontrollierten Zucken ihrer Schultern erkannte ich, dass sie weinte. Ein wenig unsicher legte ich ihr eine Hand auf die Schulter und als sie dies zuließ, zog ich sie mutig weiter in eine Umarmung, denn ich hatte in einem Buch gelesen, dass man anderen so Trost spenden konnte.
„Ich weiß zwar nicht, woran du fest machst, dass du schlechter bist als Sakura, oder einer von den anderen, aber vielleicht tröstet es dich, wenn ich dir sage, dass ich dich als Mensch mag. Deine Art, wie du dich gibst. Deine Fähigkeit mich und andere zu verstehen. Du bist die einzige, die Verständnis für mich hat und die nicht ständig wütend wird, weil ich etwas falsch mache. Ich glaube, dass du ein sehr großes Herz besitzt und deine Freunde brauchen dich genau so sehr, wie du sie brauchst. Jeder von euch hat seine ganz persönlichen Stärken, mit denen er die Gruppe stärker macht und die Schwächen der anderen ausgleicht.“ Ich kannte die Gruppe mittlerweile lange genug um zu wissen, dass es stimmte. Sie waren stark, weil sie zusammen hielten und weil jeder seinen Teil dazu beitrug, die Gruppe stark zu machen. Zusammen waren sie beinahe unbesiegbar und konnten sich allem Stellen. Ino schluchzte trocken in meinen Armen, dann befreite sie sich aus der Umarmung und trocknete ihre Tränen mit ihrem Handrücken. „Es tut mir leid, dass ich dich voll heule. Das Bild ist wirklich wunderschön Sai. Und danke.“, sagte sie, dann lächelte sie endlich wieder und ich konnte es aufrichtig erwidern, auch wenn ich nicht so recht verstand, wofür sie sich bedankte. Eine Weile lang saßen wir noch schweigend unter dem Baum im Gras und blickten Richtung Horizont, wo irgendwann die Sonne zu sinken begann. Ino hatte ihren Kopf gegen meine Schulter gelehnt und ich genoss die Wärme ihres Körpers neben meinem. Der Augenblick war perfekt und wenn ich gekonnt hätte, dann hätte ich ihn gerne in einem Bild festgehalten. Doch mir fiel einfach nichts ein, was den Moment so gut beschreiben könnte, wie er sich anfühlte. Außer Inos Gesicht, ihre strahlenden Augen und ihr ehrliches, sanftes Lächeln. Vielleicht war ich wirklich in sie verliebt und vielleicht fühlte sich Liebe für mich ja genauso an. Warm, ruhig und geborgen in den Farben Türkis, Orange, Violett, Rot und Blau.
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