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"Der Morgen danach" by Unbekannt
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BeitragThema: "Der Morgen danach" by Unbekannt   Sa 16 Jan 2016 - 13:44



Schon mal vorweg: Das ist eine Geschichte die ich nicht selber geschrieben habe! 
Wir hatten in Religion das Thema 'Liebe & Freundschaft' und unsere Lehrerin hat uns diese Geschichte ausgeteilt, mit dem Auftrag, sie zu Ende zu schreiben. 

Nun lest sie euch durch und schreibt, wie ihr sie enden lassen würdet! 
Damals war es sehr interessant, was jeder einzelne für Vorstellungen/ Ideen hatte. Auch jetzt bin ich wirklich sehr gespannt. 



Der Morgen danach

Sie wachte auf, weil sie das jeden Morgen tat. 
Sie konnte nie lange schlafen, egal, wann sie in der Nacht zuvor ins Bett gekommen war. 
Sie hasste es, Tage zu verschlafen, besonders Tage wie diesen, denn neben ihr im Bett lag ihre neuste Eroberung, die sie nun nicht ohne stolz betrachtete. Sie hatte die ganze Nacht um ihn gekämpft, zwei Freundinnen ausgeboten und ihn schließlich erlegt. 
Als sie sich am gestrigen Abend für die Pirsch zurechtgemacht hatte, hätte sie sich nie träumen lassen, so einen Fang mit nach Hause zu bringen. 
Allerdings hätte sie das nie ohne ihren sich so mühsam angeeigneten Instinkt geschafft. 
Sie hatte in zahlreiche Frauenzeitschriften und Selbsterfahrungsbücher nach Hilfe gesucht und sie gefunden. 
Sie war neunundzwanzig Jahre alt und seit fast einem halben Jahr solo gewesen und hätte ohne diese Lektüre vermutlich schon längst aufgegeben! 
Aber gestern, da war es passiert, er hatte ihr gesagt, dass er sie attraktiv fände, ja sogar äußerst attraktiv und sie waren zu ihr gegangen und von nun an würde alles anders werden, die Zeit der Einsamkeit würde für immer vorbei sein. 
Nächste Woche würde sie ihn ihren Eltern vorstellen, die fragten ohnehin schon immer und ihre Mutter hatte sie nach jedem nein noch trauriger angesehen. 
Aber von jetzt an könnte Vater mit ihm über Feuerversicherungen sprechen und sie und ihre Mutter würden schweigend daneben zuhören. 
Denn er war aus der gleichen Branche wie Vater, Mutter würde ihr bestimmt zwischendurch immer zufrieden und stolz zunicken und Vater würde ihr am Ende auf die Schulter klopfen und sagen "na endlich mal ein vernünftiger Mann". 
Sie stand auf und ging leise ins Badezimmer. Sie wollte schön, munter und glücklich aussehen, wenn er aufwachte, und dann würde sie ihn mit einem Frühstück überraschen, das ihm die letzten Zweifel, falls diese noch bestehen sollten, nehmen würde, in ihr die Erfüllung zu sehen. 
Sie hängte ihm ein Handtuch und Waschlappen auf und legte ihm eine Zahnbürste hin. 
Sie hatte sich angewöhnt, Wäsche, Zahnbürsten und dergleichen doppelt zu kaufen, denn die wichtigste Voraussetzung für Glück war Optimismus. 
Sie konnte sich nicht mehr genau erinnern, wo sie das gelesen hatte, aber der Satz hatte sich in ihrem Kopf und Herz festgesetzt. 
Nachdem sie ihr Hygiene- und Schönheitsprogramm absolviert hatte, ging sie leise auf den Flur und warf einen prüfenden, nachdenklichen Blick in ihren Kleiderschrank, sie hatte ihn auf den Flur gestellt, weil ihre letzte Beziehung es gehasst hatte, morgens gestört zu werden. 
Zum Glück gab es den nicht mehr in ihrem Leben. 
Wenn er nichts dagegen hätte, würde sie den Schrank bald wieder in das Schlafzimmer stellen, denn ihr Flur war im Winter zu kalt zum Ankleiden. 
Sie entschied sich für ihr frech gepunktetes Sommerkleid, zog es schnell an, öffnete dann die Tür zur Abstellkammer, um passende Schuhe auszuwählen. 
In der Kammer standen noch die Tuba, der Ochsenziemer und der Hockeyschläger, denn sie war immer bemüht gewesen, sich in die Interessen ihrer Liebhaber einzufühlen. 
Eine Freundin hatte ihre Küche einmal gehässig als Küchenmaschinenfriedhof bezeichnet, denn jeder ihrer Liebhaber hatte bestimmte Vorlieben gehabt. 
Am schlimmsten war der Süddeutsche gewesen, der immer nur frische Spätzle essen wollte, und von der Reizwäsche, die sie beim Kochen tragen musste, hatte sie andauernd Pilze bekommen. 
Er hatte mit Sicherheit nicht diese Art von Ansprüchen, das sagte ihr ihr geschulter Instinkt. 
Er hatte ihr auch gesagt das er evangelisch sei, denn sie hatte sich geschworen, sich nie wieder mit einem musikalischen Zeugen Jehovas einzulassen. 
Alle Freundinnen hatten damals ihr zu liebe den Wachturm abonnieren müssen und hatten später unglaubliche Mühe gehabt ihn abzubestellen, und beim Tuba-Üben hatte sie einmal einen Kreislaufkollaps bekommen. 
Er hatte nämlich behauptet, dass Tuba-Spielen sinnlich machen würde. 
Sie würde sie verkaufen und das Geld für den gemeinsamen Sommerurlaub sparen. Auf den Urlaub freute sie sich ganz besonders, endlich nicht mehr in weiblichen Notgemeinschaften am Pool ausharren und dabei immer noch betont emanzipiert aussehen zu müssen, sie war jedes Mal froh gewesen, wenn sie wieder zu hause war und sich von den Anstrengungen erholen konnte. 
Sie zog ihre Schuhe an und warf noch einen letzten Blick ins Schlafzimmer, er schlief noch tief und fest. 
Sie nahm ihre Handtasche, überprüfte kurz, ob sie Schlüssel und Portemonnaie hatte, und schlich dann aus der Wohnungstür. 
Sie lief die Treppen beschwingt hinunter, sah in den Briefkasten, fand nichts, war froh darüber und setzte ihre Weg in Richtung Supermarkt fort. 
Sie kaufte Sekt, diversen Aufschnitt, Blumen und anschließend beim Bäcker frische Brötchen. 
Die Bäckerin registrierte ihr strahlendes Lächeln und sie hätte ihr am liebsten gleich von ihrem Glück berichtet, aber die Schlange hinter ihr hätte ihr das vermutlich nicht gegönnt ... 




So jetzt seit ihr an der Reihe ;D
Wenn ihr wollt, werde ich diesen Beitrag bei Zeiten mal editieren und im 'Spoiler-Modus' das 'richtige' Ende der Geschichte einfügen bzw erzählen, wie es ausgeht, denn leider habe ich das Original nicht mehr :)


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"Der Morgen danach" by Unbekannt
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